Internationale Arbeitskräfte einstellen: Ein umfassender Leitfaden für Arbeitgeber
Avoid costly hiring mistakes with these free interview templates.
In diesem Artikel
Remote-Arbeit ist längst keine Übergangslösung mehr, sondern Alltag. Geografische Grenzen verlieren an Gewicht, und immer mehr Unternehmen rekrutieren weltweit.
Die Zahlen sind eindeutig: Laut unserer Studie haben 91 % der Unternehmen bereits international eingestellt oder planen es für das kommende Jahr. Internationale Einstellungen sind keine Reaktion auf eine Krise, sondern eine strategische Entscheidung für die Zukunft der Arbeit.
Warum suchen so viele Unternehmen über Landesgrenzen hinaus? Weil internationale Teams Vielfalt, gefragte Spezialkenntnisse und in vielen Fällen geringere Personalkosten mitbringen.
Internationales Recruiting bringt aber auch eigene Hürden mit sich: rechtliche Komplexität, Payroll in mehreren Ländern, kulturelle Unterschiede. Ob Start-up oder etabliertes Unternehmen – dieser Leitfaden zeigt, wie Sie internationale Mitarbeitende rechtssicher einstellen und langfristig erfolgreich führen.
Können Unternehmen international Mitarbeitende einstellen?
Kurze Antwort: ja. Unternehmen können Mitarbeitende außerhalb des eigenen Landes legal einstellen – über mehrere unterschiedliche Modelle. Damit erschließen Sie einen globalen Talentpool und können Ihr Geschäft länderübergreifend ausbauen.
Der Prozess ist allerdings nicht so geradlinig wie eine Einstellung im Inland. Mehrere rechtliche Aspekte müssen beachtet werden.
Drei Hauptoptionen stehen zur Verfügung:
Eine eigene Rechtseinheit im Zielland gründen und direkt einstellen
Über einen Employer of Record (EOR) einstellen
Mit selbstständigen Auftragnehmenden zusammenarbeiten
Jede Option besprechen wir weiter unten im Detail.
Gilt das auch für deutsche Unternehmen?
Ja. Unabhängig vom Sitz Ihres Unternehmens gelten ähnliche Wege, um Mitarbeitende im Ausland einzustellen:
Eine eigene Rechtseinheit im Zielland gründen und direkt einstellen
Über einen Employer of Record (EOR) einstellen
Bei Einstellungen in den USA: eine Professional Employer Organization (PEO) nutzen
Mit selbstständigen Auftragnehmenden zusammenarbeiten
4 Wege, international einzustellen
Welche Option passt, hängt von Ihren Zielen, Ihrer Wachstumsplanung und Ihrem Budget ab. Die vier gängigen Wege im Überblick:
Eigene Rechtseinheit oder Tochtergesellschaft gründen
Um in einem Land Mitarbeitende einzustellen und zu bezahlen, brauchen Sie eine Rechtseinheit vor Ort – entweder eine eigene oder die eines Dienstleisters (siehe EOR im nächsten Abschnitt). Eine eigene Gesellschaft gibt Ihnen die volle Kontrolle und lässt sich am besten in bestehende Strukturen integrieren. Allerdings fallen erhebliche Anfangs- und Folgekosten an, und Sie sind selbst für die Compliance in jedem Land verantwortlich.
Eine Gründung umfasst meist mehrere Schritte: Eintragung der Gesellschaft, Stammkapital einzahlen, lokale Geschäftsführung bestellen, Bankkonten eröffnen, Büroräume anmieten und laufend die örtlichen Vorschriften einhalten – Mindestlohn, Steuerabzüge, gesetzliche Sozialleistungen und das Arbeitsrecht des jeweiligen Landes. Die Anforderungen unterscheiden sich stark; in manchen Ländern dauern Gründung und laufender Betrieb deutlich länger und kosten mehr.
In den meisten Fällen ist eine eigene Rechtseinheit der teuerste und langsamste Weg ins Ausland. Compliance-Aufwand, Rechts- und Steuerberatung, Gehälter und laufende Verwaltung summieren sich schnell.
Eine direkte Anstellung über eine eigene Rechtseinheit hat aber klare Vorteile:
Sie bauen Marke und Präsenz vor Ort direkt unter eigenem Namen auf und kommen näher an Kundinnen und Kunden.
Sie senden ein deutliches Signal langfristigen Engagements für den lokalen Markt.
Sie zahlen keine monatlichen Gebühren an einen Drittanbieter.
Wenn Sie in einem Land viele Mitarbeitende einstellen wollen, ist eine eigene Gesellschaft auf Dauer oft günstiger als ein EOR, der pro Person abrechnet.
Diese Option eignet sich vor allem, wenn Sie langfristig in einem Land investieren und dort eine größere Belegschaft aufbauen wollen.
Einstellung über einen Employer of Record (EOR)
Für viele Unternehmen ist ein Employer of Record (EOR) der schnellere und flexiblere Weg ins Ausland. Über einen EOR stellen Sie Mitarbeitende in Festanstellung in Ländern ein, in denen Sie selbst keine Gesellschaft haben.
Der EOR fungiert als rechtlicher Arbeitgeber und übernimmt Payroll, Sozialleistungen und die Einhaltung des lokalen Arbeitsrechts. Die fachliche Führung im Tagesgeschäft bleibt bei Ihnen. So bleiben Ihre internationalen Einstellungen rechtssicher – bei deutlich geringeren Kosten und weniger Aufwand als eine eigene Gesellschaft.
So funktioniert ein EOR im Detail und das sind die Vorteile:
Sie stellen in einem neuen Land in Tagen oder Wochen ein – nicht in den Monaten, die eine eigene Gründung dauert.
Ein EOR sorgt für Compliance mit lokalem Arbeits- und Steuerrecht. Dazu gehören lokal konforme Arbeitsverträge, die Abwicklung der Lohnsteuern und die korrekte Abwicklung von Kündigungen.
Die Gebühren liegen meist deutlich unter den Kosten einer eigenen Rechtseinheit.
Sie können in einem Land flexibel auf- und abbauen, ohne sich über eine Gesellschaftsgründung zu binden.
Ein EOR kümmert sich um gesetzliche und zusätzliche Sozialleistungen, die im jeweiligen Markt wettbewerbsfähig sind.
Stellen Sie in mehreren Ländern ein, bietet ein EOR Ihnen einen einheitlichen Prozess und einen festen Ansprechpartner für alle Standorte – statt in jedem Land eine eigene Gesellschaft aufzubauen, was Monate dauern und sechsstellige Beträge kosten kann.
Mit einem globalen Anbieter wie Rippling EOR erreichen Sie Ihre Hiring-Ziele schneller. Mit Rippling EOR können Sie:
In Minuten onboarden. Stellen Sie weltweit ein und sorgen Sie ab Tag 1 für volle Arbeitsfähigkeit. Rippling übernimmt alles von der Anmeldung der Sozialleistungen bis zur Zuweisung der nötigen Schulungen.
In Tagen lokal auszahlen, nicht in Wochen. Zahlen Sie Ihr internationales Team pünktlich aus. Rippling übernimmt Berechnung und Geldfluss. Sie behalten den Kopf frei für das Wesentliche.
Compliance automatisieren. Compliance-Risiken manuell zu prüfen kostet Zeit. Rippling läuft im Hintergrund und meldet Risiken automatisch.
HR, IT und Finance auf einer Datenbasis. Doppelte Pflege in mehreren Systemen frisst Stunden. Mit einer gemeinsamen Datenbasis übernimmt die Automatisierung manuelle Routine.
Mit selbstständigen Auftragnehmenden arbeiten
Anders als bei einer Festanstellung können Sie Auftragnehmende im Ausland beauftragen und bezahlen, ohne eine Rechtseinheit vor Ort zu haben. Das ist hilfreich, wenn Sie einen neuen Markt zunächst testen wollen.
Flexibel ist diese Option – sie birgt aber ein Risiko. Die korrekte Einstufung ist entscheidend: Wer Beschäftigte fälschlich als selbstständig führt (auch unbeabsichtigt), riskiert empfindliche Geldstrafen und rechtliche Konsequenzen.
Die Einstufungsregeln unterscheiden sich von Land zu Land. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens, das jeweilige Arbeits- und Steuerrecht zu kennen und einzuhalten – und so die Mitarbeitenden fair zu behandeln und das Risiko einer Fehleinstufung zu reduzieren.
Trotz dieser Risiken hat die Zusammenarbeit mit internationalen Auftragnehmenden klare Vorteile. Typische Gründe, die für Auftragnehmende statt Festanstellung sprechen:
Die Beauftragung von internationalen Auftragnehmenden ist oft der schnellste Weg, in einem neuen Land mit Talenten zu arbeiten. Es gibt weniger Papierkram und weniger regulatorische Hürden als bei einer Festanstellung.
Auftragnehmende sind in der Regel selbst für Steuern, Sozialleistungen und Arbeitsmittel verantwortlich. Das senkt die Gesamtkosten.
Internationale Auftragnehmende helfen, Kompetenzlücken zu schließen – besonders bei kurzfristigen, spezialisierten oder projektbezogenen Aufgaben.
Brauchen Sie später doch Festangestellte im Land, lassen sich Auftragnehmende leichter in Festanstellung überführen, als bei null anzufangen (mit einem Dienst wie Rippling EOR geht das Schritt für Schritt).
Einstellungen in den USA: Professional Employer Organization (PEO)
Wenn Ihr Unternehmen Mitarbeitende in den USA einstellen will, gibt es eine weitere Option: eine Professional Employer Organization (PEO).
Eine PEO ist ein Dienstleister, der Ihre Mitarbeitenden in einem Co-Employment-Modell mitanstellt und HR-Aufgaben rund um die Beschäftigung übernimmt: Payroll, Sozialleistungen, Berufsunfallversicherung und Compliance. So können Sie sich auf die fachliche Führung und das eigentliche Geschäft konzentrieren.
Welche Vorteile bringt eine PEO bei Einstellungen in den USA?
Über das größere Mitarbeiter-Volumen einer PEO bekommen Sie Zugang zu besseren und günstigeren Benefits-Paketen, als kleinere Unternehmen sie allein verhandeln könnten.
Eine PEO kennt die aktuellen Vorgaben auf Bundes-, Staats- und Kommunalebene und hilft Ihnen, dauerhaft konform zu bleiben.
Sie sparen Geld, weil viele HR-Aufgaben automatisiert oder gebündelt werden – das reduziert den Verwaltungsaufwand spürbar.
Eine PEO übernimmt die administrativen Schritte beim Onboarding und ermöglicht es, schneller zu wachsen.
Eine PEO trägt einen Teil der arbeitgeberseitigen Risiken mit – ein zusätzlicher Schutz für Ihr Unternehmen.
Wenn Sie für US-Einstellungen eine PEO erwägen, gibt es allerdings ein paar Punkte zu beachten.
Ihre Mitarbeitenden verstehen das Co-Employment-Modell anfangs oft nicht. Kommunizieren Sie transparent, was die Vereinbarung praktisch bedeutet – und welche Rechte und Pflichten daraus folgen.
Eine PEO ist anfangs kostengünstig. Mit wachsender Belegschaft kann es aber irgendwann wirtschaftlicher sein, HR-Funktionen ins Haus zu holen – vor allem, wenn die PEO pro Mitarbeitendem abrechnet.
Rippling PEO eignet sich für US-Unternehmen genauso wie für internationale Unternehmen, die in den USA einstellen.
Mit Rippling bekommen Sie:
HR, IT und Finance auf einer Plattform
Anpassbares Reporting auf jeder Mitarbeiter-Datenquelle
Tools für verteilte Teams: Steuerregistrierung auf Bundes- und Kommunalebene, digitales Onboarding, App- und Geräteverwaltung
Zugang zu hochwertigen Benefits-Plänen mit überdurchschnittlich planbaren Verlängerungsraten
Automatische Hinweise auf potenzielle Verstöße gegen Bundes-, Staats- und Kommunalrecht – mit Handlungsempfehlungen
Automatisierte Prozesse für ACA und COBRA-Verwaltung, Anti-Harassment-Trainings und das Verteilen digitaler Arbeitsrecht-Aushänge an Ihre Mitarbeitenden
Zugriff auf hunderte HR-Ressourcen, Leitfäden und Vorlagen
Vorteile internationaler Einstellungen
Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen, wenn Sie über Landesgrenzen hinweg einstellen? Es sind viele – die meisten lassen sich auf zwei Punkte herunterbrechen:
Zugang zu neuen Märkten
Zugang zu globalen Talenten
Beide Vorteile schauen wir uns im Folgenden an – und wie sie konkret zu Wachstum und Geschäftserfolg beitragen:
Zugang zu neuen Märkten | Zugang zu neuen globalen Talenten |
|---|---|
Ein neues Kundenklientel erreichen, potenzielle neue Probleme identifizieren und Ihr Angebot diversifizieren | Kosteneffiziente Neueinstellungen durch die Anwerbung aus Ländern mit erschwinglicheren Mitarbeiterfähigkeiten und niedrigeren Lebenshaltungskosten |
Die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen kann helfen, neue Kund*innen besser zu bedienen und ihr Vertrauen zu gewinnen. | Schließen von Qualifikationslücken in Ihrem lokalen Pool von Mitarbeitenden durch die Rekrutierung von Talenten aus anderen Ländern |
Einen Wettbewerbsvorteil erlangen, indem Sie eine stärkere Präsenz in einem neuen Markt aufbauen, bevor Ihre Konkurrenten es tun | Bessere Sprach- und Zeitzonenabdeckung für Ihre Kund*innen durch das Anstellen von Teammitgliedern, wo immer es notwendig ist. |
Umsatzwachstum und höherer ROI dank einer breiteren Kundenbasis und zusätzlicher Einnahmequellen. | Die standardmäßige Einstellung einer vielfältigen Belegschaft, die dazu beiträgt, einen gerechten und inklusiven Arbeitsplatz zu schaffen. |
Herausforderungen internationaler Einstellungen
Die Vorteile oben kommen nur an, wenn Sie die typischen Herausforderungen aktiv angehen. Einen Vertrag im Ausland zu schließen und Gehalt zu zahlen ist deutlich komplexer als eine Einstellung im Inland – internationale Compliance und Aufsichtsrecht kommen ins Spiel. Die häufigsten Hürden:
Compliance mit lokalem Arbeits- und Steuerrecht
Jedes Land hat sein eigenes Arbeitsrecht und Steuersystem. Wer in mehreren Jurisdiktionen einhält, was vorgeschrieben ist, braucht solides Wissen über lokales Arbeitsrecht, Steuercodes und Meldepflichten.
Wer die Regeln nicht einhält, riskiert hohe Strafen – bis hin zu rechtlichen Schritten und Reputationsschäden. Erschwerend kommt hinzu: Gesetze ändern sich oft. HR-Prozesse müssen ständig nachgeführt werden.
Wettbewerbsfähige Benefits und Vergütungspakete
Attraktive Benefits-Pakete zu schnüren, die lokal wettbewerbsfähig und gleichzeitig im globalen Team fair sind, ist für 42 % der HR-Teams weltweit die größte Herausforderung. Was in einem Land Standard ist, kann in einem anderen unüblich oder weniger wertgeschätzt sein.
Recherchieren Sie für jedes Land die lokalen Standards, gesetzlichen Anforderungen und Erwartungen Ihrer Mitarbeitenden. Nur so entstehen Vergütungspakete, mit denen Sie qualifizierte Leute gewinnen und halten – ohne die interne Fairness aus dem Blick zu verlieren.
Compliance bei der Gründung einer eigenen Rechtseinheit
Wenn Sie eine Rechtseinheit im Ausland gründen, stoßen Sie meist auf komplexe Behördenprozesse, eigene Vorschriften und ungewohnte Geschäftspraktiken.
Der Prozess ist zeit- und kostenintensiv. Sie brauchen Sprachkenntnisse vor Ort und juristische Expertise, um die Anforderungen bei Eintragung, Besteuerung und Arbeitsrecht zu erfüllen. Jedes Land hat eigene Regeln – das ist eine ernsthafte Hürde, wenn Sie international ausbauen wollen.
Internationale Mitarbeitende und Auftragnehmende auszahlen
Payroll über Landesgrenzen hinweg heißt: mehrere Währungen, mehrere Bankensysteme, mehrere Zahlungsvorschriften. Sie müssen Wechselkurse, internationale Überweisungsgebühren und unterschiedliche Auszahlungstermine im Griff haben.
Und Sie müssen Beschäftigte in jedem Rechtsgebiet richtig einstufen – als Festangestellte oder Auftragnehmende – um rechtliche und steuerliche Risiken zu vermeiden.
Unterschiedliche Zeitzonen
Ein Team über mehrere Zeitzonen zu führen, bringt logistische Herausforderungen – vor allem, wenn Sie viel synchron statt asynchron arbeiten. Meetings zu legen, schnelle Abstimmung sicherzustellen und einheitliche Arbeitszeiten zu wahren, wird komplizierter.
Das führt zu langsameren Entscheidungen, weniger spontaner Zusammenarbeit und mehr Belastung für die Mitarbeitenden, die regelmäßig außerhalb ihrer regulären Zeiten arbeiten, um globale Kolleginnen und Kollegen einzubinden.
Globale Vergütung managen
Eine faire, konsistente globale Vergütungsstrategie aufzubauen ist anspruchsvoll. Sie müssen lokale Marktgehälter, Lebenshaltungskosten und interne Fairness länderübergreifend ausbalancieren – etwa über standortbasierte Gehaltsbänder oder andere Modelle, die Ihren Mitarbeitenden das Gefühl geben, fair bezahlt zu werden, unabhängig vom Wohnort. Bedenken Sie auch: Mit dem Aufkommen von Digital-Nomad-Visa, globaler Mobilität und Remote-Optionen wechseln Mitarbeitende ihr Wohnsitzland heute deutlich häufiger.
Internationale Mitarbeitende einstellen: 6 Schritte
Sie kennen jetzt die Optionen und wissen, warum sich internationale Einstellungen lohnen. Bleibt die Frage: Wie gehen Sie konkret vor? Diese sechs Schritte führen Sie durch den Prozess.
1. Zielland festlegen
Bevor Sie loslegen, bestimmen Sie das Zielland oder die Zielregion, in der Sie einstellen wollen.
Wenn Sie etwa Softwareentwicklerinnen und -entwickler suchen, kommen bekannte Talent-Hubs wie die Ukraine, Polen oder Argentinien in Frage.
Recherchieren Sie das lokale Arbeitsrecht, Anforderungen für Arbeitsgenehmigungen und Visumregeln, um das rechtliche Umfeld zu verstehen. Denken Sie auch an Zeitunterschiede – Nearshoring im selben oder benachbarten Zeitfenster (z. B. innerhalb Europas) macht Zusammenarbeit deutlich einfacher – und an kulturelle Unterschiede, die Kommunikation und Teamarbeit beeinflussen.
Schauen Sie sich auch Lebenshaltungskosten und übliche Sozialleistungen vor Ort an, damit Ihr Gesamtpaket wettbewerbsfähig bleibt.
2. Einstellungsmodell wählen
Jetzt entscheiden Sie, wie Sie die Anstellung organisieren. Die Hauptoptionen kennen Sie: eigene Rechtseinheit oder EOR. Bei US-Einstellungen kommt zusätzlich eine PEO in Frage.
Vergleichen Sie diese Modelle mit Ihren Wachstumsplänen und Ihrem Budget. Sie können auch schrittweise vorgehen: erst mit Auftragnehmenden testen, ob der Markt für Sie passt, und später in Festanstellung wechseln – per EOR oder über eine eigene Gesellschaft.
3. Rechtliche Anforderungen verstehen
Machen Sie sich mit dem Arbeitsrecht, den Steuervorschriften und Compliance-Anforderungen des Ziellands vertraut. Dazu gehören:
Pflichtleistungen und Sozialabgaben
Arbeitszeiten, Mindestlöhne und Regelungen zu Überstunden
Kündigungsprozesse und Abfindungen
Datenschutz und Privacy-Regeln
Ziehen Sie lokale Rechtsexpertise hinzu oder arbeiten Sie mit einem EOR, der die Compliance für Sie übernimmt.
4. Anforderungsprofil definieren
Der nächste Schritt: Qualifikationen, Skills und Erfahrungswerte für die Stelle festlegen.
Berücksichtigen Sie Sprachkenntnisse, kulturelle Anpassungsfähigkeit und Erfahrung in verteilten Teams. Passen Sie die Stellenbeschreibung so an, dass sie auch international anspricht – und übersetzen Sie sie ggf. fürs Zielland (inklusiver Sprachgebrauch ist dabei Pflicht).
5. Internationale Recruiting-Kanäle nutzen
Nutzen Sie Jobbörsen mit globaler Reichweite (LinkedIn, Glassdoor), spezialisierte Plattformen (Stack Overflow Jobs, Flexjobs) und Ihr professionelles Netzwerk, um internationale Kandidatinnen und Kandidaten zu erreichen. Lokale Jobbörsen lohnen sich, wenn Sie gezielt in einem Land suchen.
Auch Personalvermittlungen mit Schwerpunkt auf internationalem Recruiting können helfen, mehr qualifizierte Profile zu sehen. Und unterschätzen Sie nicht Mitarbeiterempfehlungen und Ihre eigenen Social-Media-Kanäle als Quelle für globale Talente.
6. Video-Interviews führen
Wie beim Remote-Recruiting auch finden Interviews per Video statt. Dieser Schritt ist entscheidend, um Sprachniveau und interkulturelle Kommunikationsfähigkeit einzuschätzen. Bereiten Sie szenariobasierte Fragen vor, die zeigen, wie die Person mit Zeitzonenkonflikten oder kulturellen Missverständnissen umgeht.
Achten Sie im Gespräch auf kulturelle Unterschiede in Kommunikationsstil und Erwartungen. Lassen Sie Raum für Rückfragen zur Rolle, Unternehmenskultur und Zusammenarbeit im internationalen Team. Der Austausch in beide Richtungen hilft, die Passung sauber einzuschätzen.
Wie Sie Mitarbeitende im Ausland auszahlen
Globale Payroll ist komplex – mit guter Planung und erfahrenen Partnern lässt sich der Prozess aber stark vereinfachen. Das Ergebnis: konforme Auszahlungen Ihrer internationalen Mitarbeitenden ohne Reibungsverluste.
Vergütungsstrategie festlegen
Beim Auszahlen internationaler Mitarbeitender brauchen Sie eine faire und konsistente Vergütungsstrategie. Drei gängige Ansätze:
Globale Standardisierung: gleiche Bezahlung nach Rolle und Erfahrung, unabhängig vom Standort. Einfach in der Umsetzung – kann aber dazu führen, dass Sie in einigen Märkten über-, in anderen unterbezahlen.
Lokale Marktorientierung: Gehälter werden an den lokalen Markt und die Lebenshaltungskosten angepasst. Bleibt überall wettbewerbsfähig, kann aber zu gefühlter Ungleichheit im globalen Team führen.
Hybridmodell: ein Grundgehalt pro Rolle, ergänzt um einen standortspezifischen Multiplikator. Verbindet beide Logiken.
Payroll-Lösung wählen
Die richtige Payroll-Lösung ist entscheidend, um internationale Zahlungen effizient und konform abzuwickeln. Vier Wege stehen zur Auswahl:
Inhouse-Payroll: alles intern abwickeln. Volle Kontrolle, aber hoher Ressourcen- und Wissensbedarf zu internationalem Steuerrecht.
Lokale Payroll-Partner: pro Land mit einem Dienstleister vor Ort arbeiten. Compliance-stark, aber komplex zu steuern.
Globaler Payroll-Service: ein Anbieter für mehrere Länder. Einfacher zu managen, oft teurer.
Employer of Record (EOR): übernimmt neben anderen Aufgaben auch die Payroll in Ländern, in denen Sie keine eigene Gesellschaft haben.
Wechselkurse berücksichtigen
Wenn Sie in mehreren Ländern auszahlen, beeinflussen Wechselkurse sowohl Ihre Kosten als auch das Einkommen der Mitarbeitenden. Drei Punkte sollten Sie klären:
Zahlen Sie in lokaler Währung oder in der Hauptwährung Ihres Unternehmens? Lokale Auszahlungen geben Mitarbeitenden Sicherheit, schwanken aber für Sie in den Kosten.
Rechnen Sie damit, dass sich Wechselkurse über die Zeit auf Ihre Personalkosten auswirken.
Beziehen Sie die Kosten des Devisengeschäfts mit ein – die summieren sich, besonders bei häufigen Zahlungen.
Spezialisierte Devisendienste bieten oft bessere Kurse und niedrigere Gebühren als klassische Banken.
Steuerliche Konsequenzen verstehen
Internationale Steuerpflichten sind komplex, aber zentral für die Compliance. Sie müssen wissen, wofür Sie in jedem Land verantwortlich sind: Einkommensteuer einbehalten, Sozialversicherungsbeiträge abführen, weitere Pflichtabgaben leisten.
Prüfen Sie Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Ihrem Land und dem Land der Mitarbeitenden.
Eine Einstellung in manchen Ländern kann eine Betriebsstätte für Ihr Unternehmen begründen. Holen Sie Steuerexpertise ins Boot, um dieses Risiko einzuschätzen und zu reduzieren.
Arbeiten Sie pro Land mit lokalen Steuerberatungen zusammen, damit alle relevanten Vorschriften eingehalten werden.
Lokales Arbeitsrecht einhalten
Jedes Land regelt eigene Vorgaben rund um die Auszahlung von Gehältern:
Mindestlohn: kennen und einhalten – die Vorgaben variieren je nach Land und manchmal je nach Region oder Stadt.
Pflichtleistungen: prüfen Sie, welche Leistungen gesetzlich vorgeschrieben sind, z. B. Urlaub und Fehlzeiten, Elternzeit oder Krankenversicherung.
Zahlungsrhythmus: halten Sie sich an die lokalen Vorgaben zur Auszahlungsfrequenz (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich).
Überstundenregeln: machen Sie sich mit den lokalen Vorgaben zu Bezahlung und Begrenzung von Überstunden vertraut.
Internationale Mitarbeitende schnell und rechtssicher einstellen – mit Rippling EOR
Ihr Team kann verteilt sein – HR, Compliance und Payroll müssen es nicht. Rippling bietet eine Lösung für das Einstellen und Auszahlen von Mitarbeitenden in über 185 Ländern und bringt Ihr internationales Personalmanagement auf eine gemeinsame Plattform.
Mit Rippling EOR können Sie:
Neue Mitarbeitende in 90 Sekunden onboarden
In Tagen auszahlen statt in Wochen
Globale Payroll konform abwickeln, egal wo Ihre Mitarbeitenden sitzen
Compliance automatisieren und potenzielle Risiken sofort sehen
Bei länderspezifischen Fragen direkt mit Expertinnen und Experten vor Ort sprechen
Wettbewerbsfähige Sozialleistungen anbieten, um die besten Leute zu gewinnen
Häufige Fragen zu internationalen Einstellungen
Wie viel kostet es, international einzustellen?
Die Kosten unterscheiden sich stark – je nach Einstellungsmodell und Standort. Typische Kostenblöcke:
Gehälter (variieren je nach Land und Rolle)
Pflichtleistungen
Steuern und Sozialabgaben
Verwaltungskosten (z. B. EOR-Gebühren oder Rechtsberatung)
Als grobe Faustregel: Rechnen Sie für die Gesamtkosten einer Einstellung mit dem 1,2- bis 1,4-fachen des Bruttogehalts.
Welche Rollen eignen sich für internationale Einstellungen?
Viele Positionen eignen sich – im digitalen Zeitalter mehr denn je. Häufige Beispiele:
Technische Rollen (Softwareentwicklung, IT, QA)
Kreative Positionen (Design, Content)
Professional Services (Buchhaltung, Recht)
Kundenservice
Marketing und Vertrieb
Projektmanagement
HR-Spezialisierungen
Data Science und Analyse
Die Eignung hängt weniger von der konkreten Rolle ab als davon, wie gut Ihr Unternehmen Remote-Arbeit managen kann.
Haftungsausschluss
Rippling und seine verbundenen Unternehmen bieten keine Steuer-, Buchhaltungs- oder Rechtsberatung an. Dieses Material wurde nur zu Informationszwecken erstellt und ist nicht als Rechts-, Buchhaltungs- oder Steuerberatung gedacht und sollte nicht als solche herangezogen werden. Sie sollten Ihre eigenen Steuer-, Buchhaltungs- und Rechtsberater konsultieren, bevor Sie damit verbundene Aktivitäten oder Transaktionen durchführen.
Author
Das Rippling-Team
Know-how zu HR, IT und Finanzen auf dem internationalen Parkett – direkt vom Rippling-Team.
Explore more

Arbeitserlaubnisse für Mitarbeiter in den Niederlanden: Ein kompletter Leitfaden für Arbeitgeber
Beim Einstellen von Mitarbeitern in den Niederlanden ist es entscheidend zu überprüfen, ob Ihre Mitarbeiter berechtigt sind, dort zu arbeiten. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wer eine Arbeitserlaubnis benötigt, wie man sie erhält und mehr.

Arbeitserlaubnisse für Mitarbeiter in Kanada: Ein vollständiger Leitfaden für Arbeitgeber
Beim Einstellen von Mitarbeitern in Kanada ist es entscheidend zu überprüfen, ob Ihre Mitarbeiter berechtigt sind dort zu arbeiten. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wer eine Arbeitserlaubnis benötigt, wie man sie erhält und mehr.

Arbeitserlaubnisse für Mitarbeiter in Australien: Ein vollständiger Leitfaden für Arbeitgeber
Bei der Einstellung von Mitarbeitern in Australien ist es entscheidend zu überprüfen, ob Ihre Mitarbeiter dort arbeiten dürfen. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, wer eine Arbeitsgenehmigung benötigt, wie man diese erhält, und mehr.

Arbeitserlaubnisse für Mitarbeiter in Polen: Ein vollständiger Leitfaden für Arbeitgeber
Wenn Sie Mitarbeiter in Polen einstellen, ist es wichtig zu prüfen, ob Ihre Mitarbeiter dort arbeiten dürfen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wer eine Arbeitserlaubnis benötigt, wie man sie erhält und mehr.

Arbeitserlaubnisse für Mitarbeiter in Irland: Ein vollständiger Leitfaden für Arbeitgeber
Wenn Sie Mitarbeiter in Irland einstellen, ist es entscheidend, zu überprüfen, ob Ihre Mitarbeiter dort arbeiten dürfen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wer eine Arbeitserlaubnis benötigt, wie man sie bekommt und mehr.
Die 8 besten globalen Anbieter für Gehaltsabrechnungen [2025]
Die Suche nach der besten Lohnabrechnungssoftware kann eine überwältigende Aufgabe sein. Hier sind die acht besten globalen Lohnabrechnungsanbieter, die Sie in Betracht ziehen sollten.
Wie wählt man einen Employer of Record für seine globale Belegschaft aus
Ein Employer of Record kann Ihnen helfen, eine globale Belegschaft einzustellen und zu bezahlen - während er Steuervorschriften und Compliance verwaltet. Wie wählen Sie den besten aus?

Zeiterfassung in Deutschland: Was Arbeitgeber 2026 wissen müssen
Seit 2022 müssen Arbeitgeber in Deutschland die Arbeitszeit jedes Mitarbeitenden lückenlos erfassen, mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro bei Verstößen. Eine geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes würde elektronische Zeiterfassung zum Standard machen und mehrere Arbeitszeitgrenzen anpassen. Dieser Guide erklärt die aktuelle Rechtslage, die kommenden Änderungen und fünf konkrete Schritte, um rechtssicher zu bleiben.
Erleben Sie Rippling in Aktion
Mit zentralen HR-, IT- und Finanzfunktionen sparen Sie bares Geld, automatisieren Routineaufgaben und treffen fundiertere Entscheidungen.